Android-Sportwetten 2026: Zehn Apps im Vergleich – und die eine Liste, die zählt

Updated Oktober 2026
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30. Oktober 2026 · Die Angaben zu Erlaubnissen wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen, Stand der Liste: 2. Oktober 2026.

Wer eine Sportwetten-App auf dem Handy installiert, hält in der Regel einen Wettschein in der Hand, bevor er sich die Frage gestellt hat, wer dieses Angebot eigentlich veranstalten darf. Google Play und der Apple App Store sind Vertriebswege. Sie prüfen ihre eigenen Regeln, ihre Gebühren, ihre Jugendschutzhinweise – und keine deutsche Erlaubnis. Ein Eintrag im Store ist damit eine Auskunft über einen Anbieter von Software, nicht über einen Veranstalter von Sportwetten. Die einzige Prüfung, die in Deutschland zählt, steht auf der amtlichen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Dort stehen 30 Einträge, davon 27 Anbieter mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, sowie drei Anbieter ausschließlich für Pferdewetten.

Ein Smartphone mit dunklem Bildschirm liegt auf einem Tisch in einem Café, daneben eine Tasse und ein Notizbuch.
Die App „bet365 – Sportwetten“ wird im Apple App Store vom Entwickler Hillside Technology Limited angeboten.

Das klingt nach einer Formalität. Es ist die teuerste Formalität des ganzen Themas. Wer bei einem Veranstalter ohne deutsche Erlaubnis wettet, spielt nicht nur nach anderen Regeln – er hat auch andere Möglichkeiten, sein Geld zurückzuholen, und in den meisten Fällen gar keine. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage liegt seit dem 25. Juli 2024 beim Bundesgerichtshof und von dort beim Europäischen Gerichtshof. Wer daraus einen Anspruch ableitet, hat ihn noch nicht. Diese Seite sortiert deshalb zuerst die Grundlagen, dann die Rechtslage, dann den Alltag mit dem Limit, dann die Bedienung auf dem Touchscreen und erst am Ende die zehn Apps selbst.

Die Grundlage: Was eine Android-Sportwetten-App ist und was nicht

Die App ist eine zweite Tür zu demselben Raum. Konto, Einsatz, Limit, Sperrdatei, Wettschein und Auszahlung sind bei einem lizenzierten Anbieter identisch, ob die Wette über den Browser oder über die Anwendung abgegeben wird – es gibt keine zweite Version eines Kontos und keine zweite Version der Regeln. Ein Anbieter, der sein Onlineangebot über eine App ausrollt, ändert damit nicht seine Erlaubnis, seine Zahlungswege oder die Obergrenze, unter der sein Angebot steht. Das ist der nüchterne Kern, den die meisten Ratgeber zum Thema überspringen, weil er keine Kaufentscheidung trägt.

Was sich unterscheidet, ist die Oberfläche. Auf einem Telefon ist der Wettschein schmaler als auf einem Monitor. Eine Kombiwette mit sechs Begegnungen, die im Browser in einer Spalte lesbar bleibt, verlangt in der App Scrollen und Genauigkeit. Wer unterwegs wettet, entscheidet in Sekunden, und was in diesen Sekunden sichtbar ist, prägt den Wettschein mehr als jeder Bonus. Die Fläche, auf der das passiert, ist das eigentliche Produkt.

Ein Fußball liegt neben Kopfhörern auf einer Holzbank in einer Umkleide, Licht fällt durch ein schmales Fenster.
Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.

Wie ein Angebot auf dem Bildschirm aussieht, bevor irgendetwas angeklickt wird:

Was der Store-Eintrag über die Herkunft einer App aussagt, ist dagegen dünn. Bei einer iOS-App lässt sich ablesen, wer sie anbietet; im App Store wird die App „bet365 – Sportwetten“ vom Entwickler Hillside Technology Limited angeboten, die Interwetten-App von der Interwetten Gaming Ltd, die bwin-App von der bwin.party entertainment Limited, die Betway-App nennt die Digital Outsource International Limited aus London, die NEO.bet-App die Greenvest Betting Limited, die Tiptorro-App die Torro Tec Limited mit Sitz in Malta. Das sind Namen von Softwareentwicklern und Konzerntöchtern. Sie mögen mit dem Veranstalter zusammenhängen, sie sind aber nicht die Erlaubnis. Auf der Whitelist steht für bet365.de die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta – ein anderer Rechtsträger als die Entwicklerfirma im Store, und nur der Whitelist-Eintrag trägt die Erlaubnis.

Für Android liegen die Dinge noch weniger sortiert. Je nach Anbieter führt eine App über Google Play oder über den Browser, und ein Herunterladen außerhalb des offiziellen Weges ist eine Frage, die man sich vor der Installation stellt und nicht danach.

Rechtslage: Die Whitelist ist der einzige Nachweis, der etwas beweist

In Deutschland braucht, wer Sportwetten im Internet veranstalten oder vermitteln will, eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Die Behörde handelt auf Grundlage des Glücksspielstaatsvertrags 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, erteilt die bundesweite Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV und überwacht sie einschließlich Bußgeldern nach § 28a. Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der Behörde. Die amtliche Whitelist nach § 9 Abs. 8 ist die einzige Prüfung, die eine deutsche Erlaubnis belegt. Eine .de-Domain beweist nichts, auch wenn in der aktuellen Liste jeder eingetragene Domainname auf .de endet.

Für die Sportwetten selbst setzt der Rahmen enge Grenzen. Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts daraus sowie auf Vorfälle darin, als Einzel- oder Kombinationswette nach § 21 Abs. 1 – und nur Wetten, die die Behörde in ihrem Sportwettprogramm zugelassen hat. Während eines laufenden Ereignisses sind Live-Wetten nach § 21 Abs. 4 nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen vergleichbaren Bestandteil in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist zulässig, der nächste Satz im Tennis ebenfalls. Der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball sind es nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen, sind gesperrt; in der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Manipulationsanfällige Wetten, Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung und Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht erlaubt. E-Sport ist aus Sicht der Behörde kein Sport, lizenzierte E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Eine gesetzliche Obergrenze für den einzelnen Einsatz kennt das Sportwettenangebot nicht.

Ein Schreibtisch mit geschlossenem Laptop und einem Stapel unbeschrifteter Mappen vor einem Fenster am Nachmittag.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Der Grund, warum das den Leser dieser Seite mehr angeht als eine Fußballwette im Browser: Ein Anbieter ohne Erlaubnis steht außerhalb all dieser Regeln. Ihm fehlen die Verbindung zu OASIS und zur Limitdatei LUGAS, es gibt keine deutsche Aufsicht und keinen deutschen Rechtsweg im gleichen Sinn. Das Angebot ist nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel; eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat dafür keine Bedeutung. Die Behörde hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und in diesem Zusammenhang Platincasino genannt. Wer organisiert, riskiert nach § 284 StGB bis zu zwei Jahre Freiheit oder eine Geldstrafe, für die Werbung bis zu einem Jahr; wer teilnimmt, nach § 285 StGB bis zu sechs Monate oder eine Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spielender sind nicht belegt – daraus wird weder eine Freigabe noch eine Drohkulisse. Sperrverfügungen, Zahlungs- und Netzblocks sind nach § 9 das praktische Mittel der Behörde.

Der zivilrechtliche Teil ist der, der wirklich offen ist. Der Bundesgerichtshof hat dem Gerichtshof der Europäischen Union am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht – Az. I ZR 90/23, ein Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 für grundsätzlich möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit einer Ausnahme: dort, wo Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil ist das nicht, und ein Rückzahlungsanspruch für einen einzelnen Spieler folgt daraus noch nicht.

Für den Leser dieser Seite steht eine einfache Konsequenz: Die Wahl des Veranstalters entscheidet darüber, welche Rechte überhaupt existieren. Alles Weitere – Bedienung, Quote, Bonus – kommt danach.

Verantwortung: Warum das Telefon den Alltag härter trifft als der Laptop

Ein Laptop steht auf einem Tisch. Ein Telefon liegt in der Jackentasche, auf dem Nachttisch, neben dem Kaffee. Der Unterschied ist keine Frage des Charakters, sondern einer der Gelegenheiten, und die Regeln für den deutschen Markt sind genau darauf gebaut.

Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Es gilt also nicht je App, sondern für die Summe aller Konten. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für einen einzelnen Spielenden ein höheres Limit setzen, bis zu 10.000 €, und zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spielenden – aber nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Absenkung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Diese sieben Tage sind in der Praxis wirksamer als jede Warnung: Wer die Grenze heute hochsetzen möchte, wettet sie eine Woche lang nicht.

Die Sperrdatei OASIS nach §§ 8, 8a GlüStV ist das bundesweite Sperrsystem, das bei der Registrierung und beim Login abgefragt wird. Wer sich dort mit einer benannten Frist sperren lässt, ist mindestens drei Monate gesperrt, ohne Angabe einer Frist mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst sofort eine 24-stündige Sperre aus. Beide wirken über alle lizenzierten Anbieter und über alle Geräte, weil sie nicht im Gerät sitzen, sondern beim Veranstalter.

Zwei weitere Regeln betreffen den Alltag direkter, als sie klingen. Parallelspielen ist nach § 6h GlüStV über die Aktivitätsdatei verboten: ein Konto je Anbieter, und nicht mehrere Konten desselben Anbieters nebeneinander. Und die Teilnahme setzt nach § 4 Abs. 3 ein Alter von 18 Jahren voraus, mit einem Konto und vollständiger Verifizierung nach § 6a. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist die Spanne, in der Neugier am teuersten wird, weil in ihr nichts herausgeht.

Auf der Kostenseite steht die Sportwettensteuer nach §§ 16–25 RennwLottG: 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz, vermindert um die Steuer selbst“ nach §§ 17, 18, das sind rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden, § 19. Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet er selbst; wie ein benannter Anbieter damit umgeht, steht nur in seinen eigenen Bedingungen. Wer die Zahl als „5,3 % vom Einsatz“ liest, rechnet an der Stelle daneben, an der die Steuer erhoben wird (korrekt sind 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer, also rund 5 % des eingezahlten Betrags).

Wer sein Konto schließt, bekommt das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt, § 6b Abs. 6–7. Die Kundengelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, und Zahlungen sind nach § 6b Abs. 4 nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen. Das ist kein Misstrauen gegenüber dem Kunden, sondern der Mechanismus, der Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Sportwetten heraushält – und der Grund, warum diese Seite später bei den Zahlungsarten keine dieser Optionen auflistet.

Touchscreen: Was auf der App-Fläche über die Wette entscheidet

Die Bedienung auf dem Telefon ist die einzige Disziplin, in der sich zwei lizenzierte Anbieter wirklich unterscheiden können. Alles andere – Erlaubnis, Limit, Sperrsystem, Steuer, Zahlungsherkunft – ist gesetzlich gleichgeschaltet. Der Wettbewerb findet dort statt, wo der Daumen landet.

Vier Elemente entscheiden über die Übersicht unterwegs. Erstens die Platzierung des Wettscheins: eine feste Leiste am unteren Rand zeigt jederzeit, was auf dem Schein liegt, eine eigene Ansicht versteckt es hinter einem Symbolwechsel. Zweitens die Cash-out-Schaltfläche, soweit ein Anbieter sie anbietet – sie wird an dieser Stelle nur als Bedienelement betrachtet, nicht als Rechengröße. Drittens die Ansicht der Kombiwette: ob Einzelpositionen sichtbar bleiben oder der Schein zu einer Zahlenschlange wird. Viertens die Live-Ansicht, in der Quoten sich während der Begegnung bewegen und die Reaktionszeit des Bildschirms Teil der Entscheidung wird.

Was die Anbieter hier aus ihren eigenen App-Beschreibungen mitbringen, ergibt ein sehr unterschiedlich dichtes Bild. Die Tiptorro-App nennt Live-Wetten, Cashout ganz oder teilweise, Videoübertragung ausgewählter Ereignisse und Live-Statistiken. Die NEO.bet-App nennt Live-Quoten, Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout. Die bet-at-home-App wirbt mit Live-Wetten, Cash-Out, Bet-Builder sowie Live-Scores von Flashscore und Fotmob. Bei Tipwin stehen Live-Wetten, Cashout und Videoübertragung im Vordergrund. bwin nennt Cashout manuell und automatisch, Live-Streams, Live-Statistiken, Kombi-Boost und Quoten-Boost. Betano beschreibt einen Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL; das Live-Streaming steht verifizierten Kunden ab einem bestimmten Mindestguthaben zur Verfügung. bet365 überträgt laut eigener Beschreibung jedes Jahr Hunderttausende Veranstaltungen per Livestream und führt den „Wetten-Konfigurator+“, der die beliebtesten Wettmöglichkeiten ausgewählter Veranstaltungen in einer Wette kombiniert.

Zwei Merkwürdigkeiten gehören ausdrücklich hierher. MERKUR BETS beschreibt den Cashout als jederzeit nach Abgabe der Wette nutzbar, in der App unter „Meine Wetten“ über einen gelben Button – der Betrag wird aber erst ausgezahlt, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Der Cashout legt den Wert also fest, nicht die Verfügbarkeit des Geldes. Und Sportwetten.de führt eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out, einen Live Match Tracker, PayPal-Einzahlungen und Anmeldung per Face ID. Diese Funktionen sind Angebote eines Veranstalters und keine gesetzliche Vorgabe; tatsächlich gibt es für Cash-out keine glücksspielrechtliche Regel, über die sich streiten ließe.

Ein Wort zur Wettartenlehre, weil auf dem Telefon die teuerste Verwechslung passiert. Die Einzelwette setzt einen Einsatz auf einen Ausgang. Die Kombiwette verbindet mehrere Ausgänge: Die Quoten der Teilwetten werden multipliziert, und das Ergebnis steht und fällt mit jedem einzelnen Ausgang. Die Systemwette hebt das teilweise auf, weil sie mehrere Kombinationen aus denselben Ausgängen bildet. Auf einem schmalen Bildschirm sehen alle drei ähnlich aus, und der Unterschied steckt nicht in der Anzeige, sondern im Wettschein.

Wie eine Wette rechnet, ist die Frage, die am wenigsten mit dem Gerät zu tun hat und am meisten mit der Quote. Wer 20 € auf eine Quote von 2,10 setzt, bekommt im Gewinnfall 42 € zurück – Einsatz mal Quote – und hat 22 € netto verdient. Bei einer Kombiwette aus drei Begegnungen mit den Quoten 1,80, 2,00 und 2,50 steht am Ende eine Gesamtquote von 9,00, weil die drei Quoten ineinander multipliziert werden. Aus denselben 20 € werden dann 180 €. Das ist die eine Seite. Die andere: Alle drei müssen eintreten. Das Rechenbeispiel sagt, was ein gewonnener Wettschein zurückzahlt, und nichts darüber, wie wahrscheinlich dieses Ereignis ist.

In jeder dieser Quoten steckt die Marge des Veranstalters, und sie ist der Betrag, der über viele Wetten hinweg vom Einsatz verschwindet. Sie lässt sich aus den Quoten eines Marktes ablesen: Der Quotenschlüssel oder die Auszahlungsquote eines Marktes ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten dieses Marktes – 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) –, und die Marge ist 100 % minus diesem Wert. Kein Gesetz schreibt eine Höhe vor, und die Marge eines Marktes ist nie die Marge eines anderen Marktes derselben Veranstaltung. Ein Anbieter kann in der 1X2-Wette knapp kalkulieren und in den Handicaps großzügig oder umgekehrt. Wer zwei Anbieter vergleicht, muss denselben Markt derselben Begegnung nebeneinanderlegen, sonst vergleicht er Höflichkeit mit Geschäft.

Der Bonus ist die Stelle, an der aus Werbung eine Rechnung wird. Das GlüStV regelt ihn nicht, es setzt keine Obergrenze und keine Umsatzbedingung. Was ein Anbieter verlangt, steht in seinen eigenen Bedingungen: häufig ein Mindestumsatz als Vielfaches des Bonus, eine Mindestquote, unter der Wetten nicht angerechnet werden, eine Frist und eine Obergrenze für den Gewinn aus einer Gratiswette. Der Umsatz ist dabei nicht der Betrag, den der Wettende gewinnen kann, sondern der Betrag, den er vorher durchsetzen muss – bei einer Kombiwette zählt in der Regel jede einzelne Position des Scheins mit. Deshalb sind Wetten unterhalb der Mindestquote der teuerste Teilnehmer an einer Bonusaktion: Sie bewegen den Wettschein unbegrenzt und den Umsatz überhaupt nicht. Wer eine Umsatzbedingung liest, sollte auch immer die Frist mitlesen. Sie ist das, was eine Bedingung erst bindend macht, und die zusätzliche Zeit, die eine App auf dem Telefon verfügbar macht, ist keine zusätzliche Zeit für die Bedingung.

Vergleich der zehn Apps: Was jede mitbringt und was das kostet

Der folgende Vergleich sortiert die zehn Anbieter nach dem, was sich prüfen lässt: der Eintrag auf der Whitelist mit dem dort genannten Erlaubnisträger und dem Datum der ersten sportbezogenen Erlaubnis. Die erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre; die Whitelist weist nur Erteilungsdaten aus, kein Enddatum. Ein Erlaubnisträger mit einem zusätzlichen Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele trägt damit eine zweite, andere Erlaubnis – ein Automatenspiel-Permit sagt nichts über das Sportwetten-Angebot und umgekehrt.

Anbieter Whitelist-Status und Erlaubnisträger Sportwetten-Erlaubnis seit
AdmiralBet Sportwetten-Erlaubnis für Admiralbet.de; Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
Interwetten Sportwetten-Erlaubnis für Interwetten.de; Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
Betway Sportwetten-Erlaubnis für Betway.de; Betway Limited 09.03.2021
MERKUR BETS Sportwetten-Erlaubnis für MERKUR BETS; Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
bwin Sportwetten-Erlaubnis für Bwin.de; bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Sportwetten.de Sportwetten-Erlaubnis für Sportwetten.de; NetX Betting Limited 19.11.2020
LeoVegas Sportwetten-Erlaubnis für Leovegas.de; LVSports Limited 21.10.2024
888sport Sportwetten-Erlaubnis für 888sport; 888 Germany Limited 30.06.2021
bpremium Sportwetten-Erlaubnis für Bpremium.de; Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
NEO.bet Sportwetten-Erlaubnis für NEO.bet; Greenvest Betting Limited 09.10.2020

Die Spanne der Erteilungsdaten ist der aussagekräftigste Teil dieser Übersicht, und sie sagt weniger über die Qualität eines Angebots aus, als man vermuten möchte. Sie zeigt, wie jung das regulierte deutsche Sportwetten als Markt ist: Zwischen der ersten Erlaubnis im Oktober 2020 und der jüngsten im Oktober 2024 liegen vier Jahre, in denen sich das Angebot in Etappen aufgebaut hat. Auch die Anbieter aus der ersten Gruppe arbeiten also erst wenige Jahre unter diesem Rahmen, und ihre Angebote sind entsprechend oft noch in Bewegung. Bei mehreren Anbietern sind Folgeerlaubnisse aus den Jahren 2022 und 2024 eingetragen; ein solcher Eintrag bestätigt die Erlaubnis, er verrät nichts über eine Verschlechterung oder Verbesserung des Angebots.

Die zweite Beobachtung betrifft den Rechtsträger. Bei jedem der zehn Anbieter steht auf der Whitelist ein Name, der nicht der Name der Marke ist. Die Marke ist Marketing, der Erlaubnisträger haftet. Wer im Streitfall wissen will, mit wem er es zu tun hat, muss den Eintrag lesen und nicht das Logo. Das klingt nach Kleingedrucktem und ist in Wahrheit der einzige Name, der später zählt.

Und die dritte Beobachtung: Auf dieser Liste steht kein einziger Anbieter ohne Sportwetten-Erlaubnis, weil das die Bedingung für die Aufnahme in diesen Vergleich ist. Ein Veranstalter mit Sitz in Curaçao oder ein Anbieter mit einer Erlaubnis aus Anjouan taucht hier nicht auf – nicht, weil er schlecht arbeitet, sondern weil seine Erlaubnis in Deutschland nichts bedeutet. Diese Auswahl ist also ein Filter, keine Bewertung.

bet365: Das Streaming-Volumen und was es rechtfertigt

bet365 betreibt sein Angebot als Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex in Malta; das ist der Anbieter, der auf der Whitelist für bet365.de geführt wird, während die iOS-App im App Store vom Entwickler Hillside Technology Limited stammt. Die Beschreibung überträgt jedes Jahr Hunderttausende Veranstaltungen per Livestream und führt den „Wetten-Konfigurator+“, der beliebte Wettmöglichkeiten ausgewählter Veranstaltungen zu einer Wette bündelt. Als Zahlungsmethoden werden unter anderem Debitkarte, PayPal und paysafecard genannt.

Der „Wetten-Konfigurator+“ ist mehr als eine Bequemlichkeit, sobald man begreift, was er mit dem Wettschein macht. Er baut aus mehreren Auswahlen eine Kombiwette, und jede Kombiwette multipliziert die Quoten – nach oben wie nach unten. Das Streaming-Volumen verhält sich gegenläufig zur Wette selbst: Ein Livestream erklärt, warum eine Quote fällt, und macht die Bewegung nachvollziehbar; er entscheidet keinen Markt. Wer die App wegen der Übertragungen öffnet, bekommt am Ende mehr Erklärung als Absicherung.

Sein Feld ist die Live-Nutzung über einen langen Abend.

Interwetten: Ein klarer Auszahlungsweg vor allen Extras

Für Interwetten.de ist auf der Whitelist die Interwetten Gaming Limited als Inhaberin geführt, mit einer ersten Erlaubnis vom 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Die App „Interwetten: Sportwetten DE“ wird im Apple App Store von der Interwetten Gaming Ltd angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt eine Cash-Out-Funktion sowie Top-Quoten für Live- und Pregame-Wetten.

Auffällig ist hier die Reihenfolge der Versprechen: Quoten und Auszahlung vor allem Zierrat. Das ist ein vernünftiger Anfang, weil dieser Teil des Produkts über die Kasse entscheidet. Ein Anbieter, der sein Geld in spielende Avatare steckt, muss die Quote nicht besser machen – ein Anbieter, der öffentlich über Quoten spricht, bindet seine Auszahlungslogik an die Wetten, die er annimmt.

Hier findet der Anleger-Typ seine Bank, der im Vorfeld setzt, sauber plant und den Bonus nicht zur Hauptattraktion erklärt.

Betway: Ein Lizenzhinweis, den man selbst übersetzen muss

Auf der Whitelist steht für Betway.de die Betway Limited, erste Erlaubnis 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022. Das ist die Erlaubnis, die zählt. Die App im App Store wird von der Digital Outsource International Limited aus London angeboten und weist selbst auf eine „Deutsche Lizenz (Whitelist)“ hin; angeboten werden Live-Wetten und Livestreams.

Die Eigenwerbung mit der Lizenz ist korrekt in der Sache und irreführend in der Betonung, denn die Entwicklerfirma ist nicht die Erlaubnisträgerin. Betway liefert hier eine Momentaufnahme einer Marke, die zwei parallele Strukturen betreiben muss – das Geschäft unter dem deutschen Registrierungssystem und den App-Store-Auftritt über eine Auftragsentwicklerin, die von keiner Regulierung berührt wird. Wer die App sucht, findet im Store also nicht den Veranstalter, mit dem er später über eine Auszahlung streitet.

Ihre Stärke liegt nicht im Marketing, sondern in Live-Wetten, die auch dann noch ordentlich sortiert sind, wenn ein Wettschein schon steht.

MERKUR BETS: Der Cashout, der erst am Ende zahlt

Für MERKUR BETS führt die Whitelist die Merkur Bets Malta Limited, erste Erlaubnis 06.11.2023. Der Cashout ist laut eigener Beschreibung nach Abgabe der Wette jederzeit nutzbar, in der App unter „Meine Wetten“ über den gelben Cashout-Button; der Betrag wird jedoch erst ausgezahlt, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Diese Bedingung ist der ganze Charakter des Angebots in einem Satz: Der Cashout bewertet den Wettschein, er beendet ihn nicht. Wer während eines Spiels auf den Betrag zugreift, der dort steht, greift auf etwas zu, das noch nicht bei ihm ist, und was bis zur Auszahlung passiert, entscheidet die Begegnung und nicht der Anbieter.

Zusammen mit den über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten, die die App nennt, und einem Kostenpunkt von null für die Anwendung ergibt das ein Angebot für den, der lange am Wettschein arbeitet.

bwin: Cashout in beiden Varianten, Linksverkehr im Bonus

Für Bwin.de nennt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited, erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022. Die App nennt Cashout manuell und automatisch, Live-Streams, Live-Statistiken, Kombi-Boost und Quoten-Boost.

Interessant ist der Automatikmodus. Ein Cashout, der von selbst auslöst, ist ein Werkzeug gegen die eigene Emotion – eine gute Sache –, aber nur, wenn der Auslöser vorher klar ist. Also: eine Zahl, keine Stimmung. Die beiden Boost-Varianten – Kombi und Quote – gehören dagegen in dasselbe Kapitel wie jede Bonusbedingung, denn ein Boost ist ein verändertes Angebot und behält seine eigenen Bedingungen.

bwin wählt den nüchternen Weg von Marke und Volumen und eignet sich für die, die cashout bei einem Nebeneinander von Detailgenauigkeit und Zeit sparen.

Sportwetten.de: Die Werkzeugliste einer Bank

Die Whitelist führt für Sportwetten.de die NetX Betting Limited, erste Erlaubnis 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022. Die App enthält eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out, einen Live Match Tracker, PayPal-Einzahlungen und Anmeldung per Face ID.

Hier gibt eine App endlich einmal die Reihenfolge vor, die im Alltag zählt. Face ID: Mit dem Telefon wird die Anmeldung selbst zum Schutzmechanismus, und wer sein Konto vor fremden Augen offenhält, findet hier einen kleinen, echten Vorteil. PayPal: Die Zahlungsabwicklung bleibt auf dem eigenen Namen, wie es § 6b Abs. 4 verlangt – ein Anbieter, der das ausdrücklich ausweist, tut mehr für die Zufriedenheit seiner Nutzer als jede Design-Version. Teil-Cash-Out, auf einem kleinen Bildschirm in der Praxis ein doppelt wertvolles Werkzeug, weil es der einzige Weg ist, einen Teil des Wettscheins zu retten, ohne alles zu verkaufen.

Konsequent für die, die ihr Konto nicht mehr verlassen wollen, nur weil das Telefon bequemer ist.

LeoVegas: Der jüngste Eintrag und sein Umgang mit dem Limit

Für Leovegas.de führt die Whitelist die LVSports Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21.10.2024; für virtuelle Automatenspiele besteht eine Erlaubnis seit dem 27.02.2023. Das ist die jüngste Sportwetten-Erlaubnis im gesamten Vergleich, vier Jahre nach der ersten.

Eine späte Erlaubnis heißt nicht spät gestartet – sie heißt, dass der Markteintritt unter dem deutschen Regime deutlich später datiert. Wer dort wettet, nutzt ein Angebot, das den gesamten Aufbau unter dem heutigen Rahmen erlebt hat: kein Altvertrag mit alten Konten, keine Übergangslogik aus der Zeit vor 2020. Das Sportwetten-Permit datiert dabei nach dem Automatenspiel-Permit, was zeigt, dass die beiden Erlaubnisse getrennt beantragt und erteilt werden und ein Automatenangebot keine sportliche Erlaubnis vorträgt.

Wer das Neueste nicht mit dem Besten verwechselt, findet hier ein Angebot ohne Ballast aus einer anderen Zeit.

888sport: Eine Holding als Geschichte und ein Name im Kleingedruckten

Auf der Whitelist steht für 888sport die 888 Germany Limited, erste Erlaubnis 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022. Hinter der Marke steht die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.

Diese zwei Absätze beschreiben einen Unterschied, den man beim Wettschein nicht sieht. Auf der Whitelist steht eine deutsche Gesellschaft mit einer deutschen Erlaubnis, am Kapitalmarkt die Mutter – und später, wenn etwas schiefgeht, ist nur die erste Adresse für den deutschen Leser relevant.

Wer den Vergleichsmaßstab des Kapitalmarktes schätzt, bekommt hier eine der wenigen Marken der Runde, deren Besitzverhältnisse öffentlich nachvollziehbar sind. Das ist ein Vorteil der Nachprüfbarkeit, kein Versprechen über die Quoten.

bpremium: Ein neuer Name unter alter Adresse

Für Bpremium.de führt die Whitelist die Ladbrokes (Deutschland) Limited, erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022; die Gesellschaft hat ihren Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, und ist unter der Registernummer C92799 geführt, wie die Nutzungsbedingungen in der Fassung vom 3. April 2023 ausweisen.

Bemerkenswert ist das Verhältnis von Marke und Konzern. Der Name bpremium ist jung, die Lizenzhistorie ist es nicht: Das Unternehmen gehört zeitlich in die erste Gruppe der Erlaubnisse vom Herbst 2020, die Marke taucht erst später im Vordergrund auf. Wer regelmäßig Anbieter vergleicht, merkt sich besser den Erlaubnisträger als das Logo: Namen ändern sich schneller als Registernummern.

Für Leser, die Stabilität über Bekanntheit stellen, ist das ein Kandidat.

NEO.bet: Die Grundfunktionen des Touchscreens zu einem kleinen Preis

Die Whitelist nennt für NEO.bet die Greenvest Betting Limited, erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022. Die App beschreibt sich im App Store als lizenzierter Sportwettenanbieter mit deutscher Lizenz und nennt Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout.

Das ist ein Angebot ohne Umwege. Was auf einem Telefon häufig genutzt wird, wird hier genannt, und was nicht, auch nicht. Wer die Fülle eines MERKUR BETS sucht, ist hier falsch; wer eine App will, in der die wichtigen Elemente sitzen und ansonsten wenig zu finden ist, findet hier eine der stimmigeren Lösungen des Vergleichs.

Der Blick sollte trotzdem auf den Anbieterwechsel gerichtet bleiben: Das Angebot steht oder fällt damit, welche Zahlungsarten die eigenen sind, und das steht in den Bedingungen des Anbieters, nicht in der Store-Beschreibung.

Was die eigene Auswahl entscheidet

Der Vergleich endet nicht mit einer Rangliste, weil eine Rangliste auf dieser Seite die gefährlichste Behauptung wäre. Die zehn Anbieter unterscheiden sich in der Bedienung, den Live-Funktionen, dem Umfang des Wettangebots und den Zahlungsarten. Sie unterscheiden sich nicht in der Erlaubnis – die Erlaubnis war die Aufnahmebedingung.

Für die Auswahl heißt das, drei Dinge festzulegen, bevor man sich entscheidet. Erstens: Wann wird gewettet? Wer im Vorfeld setzt, braucht eine klare Wettschein-Ansicht und eine ordentliche Sortierung der Begegnungen; wer live setzt, braucht Live-Ansicht, Live-Statistiken und eine Cash-out-Möglichkeit, deren Bedingungen er vorher gelesen hat. Zweitens: Wie viel? Wer den Wettschein klein hält, für den ist der monatliche Rahmen von 1.000 € über alle Anbieter hinweg keine Grenze im Alltag – wer ihn für größere Beträge braucht, für den ist die Frage der wirksamen Grenze wichtiger als jede Quote. Drittens: Womit? Zahlungen sind nur vom eigenen Zahlungskonto erlaubt, Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Mittel sind im lizenzierten Angebot nicht zugelassen. Zahlungsarten sind deshalb das Konto-Thema des Vergleichs, weil sie bestimmen, ob man die Verbindung überhaupt herstellen kann.

Wer einen Anbieter erst nach dem Wettschein prüfen will, prüft ihn zu spät. Ein Blick auf die Whitelist vor der Registrierung ist die einzige Prüfung, die eine App nicht selbst abnehmen kann.

Häufig gestellte Fragen

Wo bekomme ich eine Android-Sportwetten-App, und wie prüfe ich ihre Herkunft?

Der Bezug läuft je nach Anbieter über Google Play oder über den Browser des Veranstalters; eine App außerhalb des offiziellen Weges sollte man nicht installieren. Zur Prüfung gehört zuerst der Anbieter: Steht sein Sportwetten-Angebot auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, mit welchem Erlaubnisträger und seit wann? Der Hinweis auf eine deutsche Lizenz im Store-Text einer App ist keine Prüfung – und ein Eintrag im App Store bedeutet nur, dass eine Software gelistet ist, nicht, dass ihr Anbieter in Deutschland Wetten veranstalten darf. Also dort anfangen, wo die deutsche Erlaubnis steht.

Genügt die Verfügbarkeit im Play Store als Nachweis einer deutschen Erlaubnis?

Nein. Play Store und App Store sind Vertriebswege, sie prüfen ihre eigenen Regeln, nicht die Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag. Die einzige amtliche Prüfung ist die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder – eine Liste, in der jeder Anbieter einen genannten Erlaubnisträger und ein Erteilungsdatum hat. Wer diesen Eintrag nicht findet, sollte von einer Erlaubnis nicht ausgehen, selbst wenn die App gefunden wurde. Und umgekehrt: Die Whitelist trägt keinen Ersatz für eine App – man kann dort wettberechtigt und trotzdem im Store nicht vertreten sein.

Gelten in der App dieselben Live-Wetten-Regeln wie im Browser?

Ja, weil sich die Regeln nicht aus dem Gerät ergeben, sondern aus der Erlaubnis des Veranstalters. Während eines laufenden Ereignisses erlaubt § 21 Abs. 4 GlüStV nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen ähnlichen Bestandteil in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind: „Nächstes Tor“ im Fußball und „nächster Satz“ im Tennis sind zulässig, „nächster Punkt“ und „nächster Korb“ nicht. Eine Wette auf das nächste Tor ist übrigens nicht dasselbe wie eine Wette auf den nächsten Treffer eines bestimmten Spielers.

Wie wirken sich das monatliche Einzahlungslimit und die Sperrdatei OASIS auf die App-Nutzung aus?

Beide Systeme liegen auf Seiten der Veranstalter, nicht im Gerät, und binden deshalb jede App und jeden Browser gleichermaßen. Das Einzahlungslimit von standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter, durchgesetzt über LUGAS, gilt auch dann, wenn mehrere Apps auf demselben Telefon liegen. Die Sperrdatei OASIS wird bei Registrierung und Login abgefragt: Eine eingetragene Sperre blockiert die App des lizenzierten Anbieters, und der Panikbutton sperrt zusätzlich sofort für 24 Stunden. Bei Veranstaltern ohne deutsche Erlaubnis existiert keine dieser Sperren, keine Sperrdatei und keine Limitdatei.

Warum nehmen lizenzierte Anbieter keine Zahlungen von fremden Konten oder in Kryptowährung an?

Weil § 6b Abs. 4 GlüStV Zahlungen nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut zulässt. Damit ist der Mechanismus benannt, der anonyme Zahlungsmittel und Kryptowährungen aus dem lizenzierten deutschen Sportwetten heraushält. Die Regeln gelten für alle lizenzierten Veranstalter; sie sind die Bedingung der Erlaubnis und keine Entscheidung einzelner Anbieter gegen Bequemlichkeit. Wer mit anonymem Guthaben einzahlt, tut das nicht bei einem lizenzierten Anbieter.

Wie handhaben die Apps die Sportwettensteuer von 5,3 %?

Einheitlich, weil sie keine Wahl haben: Die Steuer ist nach §§ 16–25 RennwLottG geschuldet vom Veranstalter der Wette und wird auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz, vermindert um die Steuer selbst“ erhoben, nach §§ 17 und 18 – rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, steht in seinen eigenen Bedingungen, und wer die Wirkung auf einen konkreten Wettschein kennen will, liest bei seinem Anbieter nach: Ein Gesetz schreibt dem einzelnen Anbieter nicht vor, wie er den Steueranteil in der Quote oder im Einsatz sichtbar macht. Ein Hinweis auf gezahlte Steuer ist übrigens kein Nachweis einer Erlaubnis.

Inhalt erstellt vom Team «Nations League Wetten»