Roland Garros wetten 2026: Der Quotenschlüssel entscheidet, nicht das Werbeversprechen
Die French Open finden im Stade Roland Garros im 16. Arrondissement von Paris auf Sand statt, ausgetragen vom Weltverband ITF. Wer auf dieses Turnier setzen will, hat in Deutschland genau einen rechtlich sauberen Weg: einen Anbieter mit Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Zehn davon nimmt sich diese Übersicht vor und sortiert sie nicht nach Werbebudget, sondern nach dem, was den Wert einer Wette entscheidet.

Stand: 30. Oktober 2026, abgeglichen mit der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026.
Der Spielplan als Taktgeber: Einzelpartien, Achtelfinale, Finals auf Sand
Ein Grand-Slam-Turnier über zwei Wochen hat keinen einzigen Quotenmarkt, sondern eine Kette von Märkten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgehen. Am ersten Montag stehen 128 Spielerinnen und Spieler im Hauptfeld. Die Quoten für die Erstrundenpartien werden erst angesetzt, wenn die Auslosung steht; davor kennt der Markt nur Langzeitquoten auf den Turniersieg. Für die Achtelfinalbegegnungen existiert kein Preis, solange nicht zwei Runden gespielt sind. Das klingt nach einer Fußnote, ist aber die praktische Taktung des ganzen Geschäfts.
Die French Open 2026 fanden vom 24. Mai bis 7. Juni 2026 in Paris auf Sand statt. Das ist für den Leser dieser Seite die unangenehmste Information überhaupt: Die Ausgabe des laufenden Jahres ist gespielt und abgerechnet. Das Herreneinzel gewann Alexander Zverev im Finale gegen Flavio Cobolli, das Dameneinzel Mirra Andrejewa gegen die Qualifikantin Maja Chwalińska. Wer heute Quoten für „Roland Garros“ sucht, sucht nach dem nächsten Termin, und der liegt 2027. Das Gesamtpreisgeld der Ausgabe 2026 betrug 61.723.000 €, ein Plus von 9,35 % gegenüber dem Vorjahr; die Einzelsieger im Profitennis erhielten jeweils 2.800.000 €. Solche Summen erklären, warum der Markt auf einen Grand-Slam-Titel enger gehandelt wird als fast jeder andere Tennispreis.
Beim Format lohnt der zweite Blick, weil es die Märkte bestimmt: Die Herren spielen auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei. Bei 6:6 gibt es einen Tiebreak bis 7, im Entscheidungssatz einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung, worauf sich alle vier Grand-Slam-Turniere im März 2022 einigten. Ein Match-Tiebreak ist ein eigener Markt für sich, weil fünf Minuten über einen ganzen Turnierverlauf entscheiden. Für eine Matchwette heißt das: Das Ergebnis bleibt bis zum letzten Ballwechsel offen. Wer eine Satzwette als sichere Sache verkauft, verkauft eine Position, die in der Verlängerung des Entscheidungssatzes noch kippen kann.
Auf Sand kommt hinzu, dass die Oberfläche das Tempo herausnimmt. Ballwechsel dauern länger, ein Aufschlag ist weniger Waffe, und eine Partie kann vier Stunden gehen. In der ersten Woche spielt ein Profi deshalb nicht selten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen über mehrere Stunden. Wer den Spielplan liest, liest damit auch die Vorgeschichte der Quoten, die in der zweiten Woche angesetzt werden.
Aufbau und Grundlagen: Was auf Sand gesetzt wird
Das erste Turnier der French Open fand 1891 als „Championnat de France international de Tennis“ statt. Rekordsieger im Herreneinzel ist Rafael Nadal mit 14 Titeln, im Dameneinzel hält Chris Evert den Rekord mit 7 Titeln. Aus solchen Zahlen wächst gern die Vorstellung, ein Grand-Slam-Turnier sei berechenbar. Auf Sand ist eher das Gegenteil richtig: Der Belag belohnt Ausdauer und bestraft jeden, dessen Spiel auf schnelle Punkte gebaut ist. Wer ein Sandplatzmatch einordnet, sollte das als Eigenschaft des Materials begreifen, nicht als Prognose für ein einzelnes Duell.

Daraus folgt eine Eigenheit der Sandplatzwette. Ein Favorit muss nicht nur gewinnen, er muss es über zwei oder drei Stunden durchhalten, und ab dem dritten Satz verschiebt sich das Kräfteverhältnis häufig gegen den, der in der ersten Stunde überlegen aussah. Wetten auf einzelne Sätze oder auf einen Spielabstand haben deshalb eine andere Logik als auf einem schnellen Belag. Das ist eine Aussage über das Turnier, nicht über den Ausgang einer bestimmten Partie. Wer daraus eine Value-Wette ableiten möchte, hält die angebotene Quote gegen die Wahrscheinlichkeit, die er selbst für realistisch hält, und nicht gegen die Quote eines Anbieters, in der die Marge schon steckt. Das ist die einzige Rechnung, die ein Wettender selbst in der Hand hat.
Dass die angebotenen Quoten keine reinen Wahrscheinlichkeiten sind, hat einen einfachen Grund. Der Veranstalter setzt sie so, dass die Summe der Kehrwerte über alle Ausgänge über 1 liegt; der Überschuss ist seine Marge. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit zwei Quoten von je 1,90 ist die Spanne knapp, bei drei Quoten von je 2,10 deutlich breiter. Genau diese Spanne ist die Größe, die ein Quotenvergleich zwischen zwei Anbietern sichtbar machen soll — nicht die einzelne Quote auf einen einzelnen Namen.
Quotenschlüssel und Marge: Was der Veranstalter je Markt behält
Am deutlichsten wird die Rechnung an einem Markt mit zwei Ausgängen, etwa zwei Spielern mit gleich eingeschätzter Chance, jeder mit Quote 1,90. Das ist eine Beispielrechnung und kein Preis aus einem aktuellen Wettprogramm. Die Summe der Kehrwerte beträgt 1 geteilt durch 1,90 plus 1 geteilt durch 1,90, also 1,0526. Der Quotenschlüssel dieses Marktes liegt damit bei 0,9474 — rund 94,7 % aller Einsätze fließen zurück. Die Marge ist der Rest, also rund 5,3 %. Bei einem Markt mit drei Ausgängen und drei Quoten von je 2,10 sinkt der Auszahlungsanteil deutlich, und die Marge steigt entsprechend: Der Schlüssel liegt dann nur noch bei rund 82 %, die Spanne frisst also fast ein Fünftel jedes Einsatzes. Der genaue Wert hängt von der Streuung der drei Quoten ab, weshalb hier eine Spanne und kein einzelner Wert steht.
| Markt | Beispielquoten | Quotenschlüssel | Marge |
|---|---|---|---|
| Zwei-Wege-Markt (Beispiel) | 1,90 / 1,90 | rund 94,7 % | rund 5,3 % |
| Drei-Wege-Markt (Beispiel) | 2,10 / 2,10 / 2,10 | rund 82 % bis 87 % | rund 13 % bis 18 % |
Die kleine Rechnung mit den zwei 1,90er-Quoten ist die schärfste Kritik, die man an einem Werbesatz üben kann. Zwei Anbieter, die für dasselbe Duell 1,85 und 1,95 auf denselben Spieler ausschreiben, unterscheiden sich nicht um ein Zehntel in der Optik, sondern um rund fünf Cent Rückzahlung je eingesetztem Euro. Bei 20 € Einsatz auf eine Erstrundenpartie ist das etwa ein Euro, und über zehn Einzelwetten einer Turnierwoche summiert sich der Posten auf das Niveau einer Gratiswette. Wer den Schlüssel kennt, vergleicht nicht Preise, sondern Kosten.
Bei einer Kombiwette verschärft sich das, ohne dass es sichtbar wäre. Vier Favoriten mit durchschnittlich rund 1,40 ergeben rechnerisch eine Kombiquote von etwa 3,84. In dieser einen Zahl stecken vier einzelne Spannen, die sich nicht addieren, sondern mehrfachstaffeln. Deshalb liest sich eine Kombiquote immer attraktiver, als das Angebot ist. Wer Kombinationen spielt, sollte genau hier genauer hinschauen.
Für die Praxis heißt das: Die Marge ist der stille Posten auf jedem Wettschein, und sie ist bei Nischenmärkten am größten. Ein Markt auf den nächsten Satz wird breiter bepreist als ein Zwei-Wege-Markt auf den Matchsieger, weil es für ihn weniger Nachfrage und mehr Aufwand gibt. Der Preis dafür ist die Spanne.
Drei Wege durch das Turnier: Gesamtsieger, Matchwette, Kombination
Die erste Entscheidung gilt nicht einem Namen, sondern der Art der Wette. Für die French Open gibt es dafür im Wesentlichen drei Wege, und jeder passt zu einem anderen Wettenden.
Der Weg über den Gesamtsieger ist der bequemste. Die Wette läuft über zwei Wochen, wird vor dem ersten Aufschlag platziert und hängt an einem einzigen Namen. Der Nachteil steckt in der Quote: Bei 128 Teilnehmern und einem einzigen Sieger ist der Markt eng, und die Langzeitquote auf einen Favoriten trägt eine entsprechend kleine Auszahlung. Wer auf einen Außenseiter setzt, bekommt eine hohe Quote und ein sehr langes Warten. Betano führt in seiner App die Tennis-Grand-Slams ausdrücklich im Portfolio, was zeigt, dass der Markt breit genug bespielt wird. Gebunden ist man trotzdem bis zum letzten Finaltag.
Der zweite Weg ist die Einzelwette auf den Matchsieger. In der ersten Woche stehen an einem Tag oft zwanzig Partien im Programm, und die Quoten entstehen, sobald die Paarung feststeht. Wer zwei Tage abwartet, hat ein Dutzend Spiele zur Auswahl und den ersten Auftritt jedes Spielers gesehen. Mehr und bessere Quoten gibt es dadurch nicht, nur mehr Anschauungsmaterial.
Der dritte Weg ist die Kombination mehrerer Erstrundenspiele. Sie vervielfacht die Auszahlung und verkleinert im selben Zug die Trefferchance, und sie trägt mehrere Margen in einer einzigen Quote. Wer dort einsteigt, sollte wissen, dass er nicht einen Markt spielt, sondern vier gleichzeitig.
Ein Angebot, das viele Anbieter führen, ist keine vierte Wettart, sondern eine zweite Transaktion: der vorzeitige Verkauf eines laufenden Wettscheins. Tipico nennt Tipico Cashout in der App ausdrücklich als Kontrolle über den Wettschein. Das kann vernünftig sein, wenn man eine Position schließen will, etwa wenn ein Favorit in Rückstand gerät. Es ist aber keine Verbesserung der Marge, sondern eine zweite Gelegenheit für denselben Anbieter, seine Spanne einzurechnen. Wer die Cash-out-Funktion als Zusatzwert eines Anbieters verbucht, verbucht zweimal dasselbe Haus.
Einzelwette, Handicap, Satzwette: Was die Märkte unterscheiden
Wetten auf eine Partie sind nicht auf den reinen Sieger beschränkt. Neben der Matchsieger-Wette gehören die Satzwette und die Handicap-Wette zum üblichen Repertoire. Die Handicap-Wette umgeht teilweise das Problem der niedrigen Favoritenquote, weil sie eine Bedingung hinzufügt — etwa, dass ein Favorit einen bestimmten Vorsprung an Spielen oder Sätzen gutmacht — und dafür eine bessere Quote trägt. Die Bedingung ist auch ihr Preis. Auf Sand, wo ein Satz länger dauert und ein Break im dritten Satz schwerer aufzuholen ist als auf einem schnellen Belag, ist diese Anforderung spürbar schärfer.
Die Satzwette ist die Nervenprobe für Zuschauer. Wer auf drei Gewinnsätze setzt und zwei Sätze gewonnen hat, hat die Wette gewonnen, auch wenn der dritte Satz fürchterlich aussieht; wer auf einen bestimmten Satzverlauf gesetzt hat, sieht denselben Vorsprung und verliert. Das ist keine Frage des Könnens, sondern der Zählweise.
Ab dem Achtelfinale verschiebt sich alles. Die Spiele stehen einzeln im Programm, die Pausen zwischen zwei Einsätzen eines Spielers werden zum Faktor, und die Quoten reagieren auf Ausdauer. Wer einen Spieler auf dem Zettel hat, sieht sich dessen Weg über die zwei Wochen an: Drei Fünfsatzmatches über vier Stunden in der ersten Woche sind ein Handicap für das Achtelfinale, das in keiner Spielerstatistik steht. Die Auslosung verändert zudem die Siegerquoten, weil aus den ersten Runden die weiteren Paarungen entstehen. Der Veranstalter liest dieselbe Auslosung und reagiert früher. Wer auf den Turniersieg gesetzt hat, merkt das erst gegen Ende; wer Einzelmatches spielt, kann auf jede Bewegung reagieren.
Wann Einzelquoten aufgehen — und was das für die Planung heißt
Der Unterschied zwischen Siegermarkt und Matchmarkt ist ein Unterschied im Timing. Ein Langzeitmarkt steht, sobald die Setzliste feststeht, oft lange vor dem ersten Aufschlag. Ein Markt auf eine Erstrundenpartie entsteht erst mit der Auslosung. Ein Markt auf ein Achtelfinale entsteht nicht vor zwei gespielten Runden. Wer über das Turnier hinweg setzen will, wettet deshalb vor allem auf das, was in den nächsten 24 bis 48 Stunden ansteht, und nicht auf das, was in zehn Tagen passiert. Die Quote auf einen Außenseiter im Achtelfinale ist höher als die Quote auf denselben Spieler als Turniersieger, aber die Trefferchance ist eine ganz andere.
Der Match-Tiebreak ist der Bereich, in dem sich die Preise am schnellsten bewegen. Ein einziger Break im Entscheidungssatz verändert den Markt vollständig, und wer früh auf einen Preis gesetzt hat, sieht die Bewegung, ohne selbst tätig zu werden. In Deutschland ist der Live-Markt dabei eingeschränkt. Welche Live-Wetten ein erlaubter Anbieter während einer laufenden Partie überhaupt anbieten darf, steht im Abschnitt zur Rechtslage; die Grenze ist dort genauer beschrieben als in jeder Werbeanzeige.
Wer die Zahl der Titel liest, liest Bücher über Turniere, die längst entschieden sind. Die 14 Titel von Rafael Nadal oder die 7 von Chris Evert sagen nichts über einen Qualifikanten, der in diesem Jahr drei Runden übersteht. Wer daraus eine Turnierprognose baut, baut sie auf Papier.
Whitelist-Anbieter im Vergleich: Erlaubnis, Inhaber und Erlaubnisdatum
Für eine Wette auf ein Grand-Slam-Turnier gibt es in Deutschland ein Kriterium, das alles andere schlägt: der Eintrag auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit einem Sportwetten-Vermerk. Die Liste führt zu jedem Angebot den Domainnamen, den Namen des Erlaubnisinhabers und das Datum der Ersterteilung; ein Enddatum enthält sie nicht, und die Erlaubnis ist in der Liste als Erlaubnis benannt, nicht als „Lizenz“. Die folgende Übersicht nennt genau diese Angaben, dazu die Auffälligkeit, die den jeweiligen Eintrag von den übrigen unterscheidet. Nachschlagen lässt sich das auf der Website der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.
| Marke | Erlaubnisinhaber (Whitelist) | Sportwetten-Erlaubnis seit | Auffälligkeit im Eintrag |
|---|---|---|---|
| Winamax | WINAMAX (Société anonyme) | Ersterlaubnis 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022 | bewirbt 0 % Wettsteuer |
| VBet | SCGO Limited, Portomaso, St. Julian’s (Malta) | 05.12.2023 | jüngste Erlaubnis der Gruppe |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | Ersterlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 | Konfigurator+ und Live-Wetten |
| Tipico | Tipico Co. Limited | Ersterlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 | Cashout in der App |
| Tiptorro | Torro Tec Limited (Malta) | Ersterlaubnis 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 | App nennt die GGL-Aufsicht selbst |
| LeoVegas | LVSports Limited | 21.10.2024 | zusätzlich virtuelle Automatenspiele |
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited | Ersterlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 | Folgeerlaubnis Ende 2022 |
| bpremium | Ladbrokes (Deutschland) Limited, Gzira (Malta), C92799 | Ersterlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 | Handelsregisternummer im Eintrag |
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited | Ersterlaubnis 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 | Bet Builder, Cash Out, Live-Streaming |
| bwin | bwin (Deutschland) Limited, Gzira (Malta) | Ersterlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 | späteste Folgeerlaubnis der Gruppe |
Die Spalte der Erlaubnisinhaber ist die aufschlussreichste an dieser Tabelle, und zwar nicht wegen der Namen, sondern wegen der Streuung. Hinter zehn bekannten Marken stehen zehn unterschiedliche Gesellschaften; zwei sitzen in Gzira, eine in St. Julian’s. Wer eine Beschwerde über eine nicht ausgezahlte Wette führt, führt sie gegen diese Gesellschaft und nicht gegen die Marke, denn die Marke ist die Oberfläche und die Erlaubnis hängt an der Firma. Diese Unterscheidung kostet nichts, wenn man sie vorher kennt, und sie kostet Zeit, wenn man sie erst im Streitfall entdeckt.
Auffällig ist die Häufung der Ersterlaubnisse vom 9. Oktober 2020. Fünf der zehn Anbieter tragen dieses Datum, weil an ihm die erste Runde der Erlaubnisse erteilt wurde — nicht, weil diese fünf besonders geprüft worden wären. Wer aus einem früheren Datum eine höhere Vertrauenswürdigkeit ableitet, leitet sie aus dem Kalender ab. Umgekehrt sind VBet und LeoVegas mit Erlaubnissen von Ende 2023 und Ende 2024 die jüngsten Einträge: kein Makel, aber wer auf ein langes Beschwerdegedächtnis bei der Aufsicht setzt, hat bei ihnen weniger davon. LeoVegas trägt zudem eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, die seit dem 27.02.2023 läuft. Das ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln und sagt über das Sportwettenangebot nichts aus.
Was auf der Liste steht — und was das für den Vergleich bedeutet
Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder enthielt in der Fassung vom 2. Oktober 2026 insgesamt 30 Einträge. Davon entfallen 27 auf Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit einer Pferdewetten-Erlaubnis, und 3 auf Anbieter mit ausschließlich einer Pferdewetten-Erlaubnis. Die Aufteilung erklärt, warum die Zahl der erlaubten Anbieter nicht mit der Zahl der Sportwettenanbieter übereinstimmt. Für Wetten auf die French Open zählt allein die Gruppe mit Sportwetten-Erlaubnis; wer ausschließlich Pferdewetten veranstalten darf, darf keine Tenniswette annehmen.
Noch eine Feinheit betrifft die Adressen: Jeder eingetragene Domainname endet auf .de, und trotzdem beweist eine .de-Adresse für sich genommen nichts. Die Erlaubnis hängt am Eintrag, nicht an der Endung. Und die Erlaubnisarten sind getrennt: Eine Sportwetten-Erlaubnis erlaubt keine Casino-Spiele, eine Casino-Erlaubnis keine Sportwetten. Ein Anbieter mit Sportwetten-Erlaubnis und einem Casino-Angebot nebenbei hält zwei Erlaubnisse, die man nicht als eine behandeln sollte.
Daraus folgt für den Vergleich auf dieser Seite eine Grenze, die man offen benennen sollte: Verglichen wird die Sportwetten-Erlaubnis samt Tennisangebot, nicht die ganze Plattform. Ein Haus mit einer einzigen Erlaubnis kann das bessere Tennisprogramm haben, ein Haus mit mehreren Erlaubnissen deshalb nicht die bessere Sportwette. Die Whitelist beantwortet genau eine Frage, nämlich ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist. Über Quoten, Satz- und Handicapmärkte und Auszahlungszeiten sagt sie nichts.
Rechtslage: Was eine Erlaubnis erlaubt — und wo sie endet
Sportwetten veranstalten darf in Deutschland nur, wer dafür eine Erlaubnis hält. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), die nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 arbeitet, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet und überwacht deren Einhaltung. Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 des Glücksspielstaatsvertrags ist die einzige amtliche Bestätigung einer solchen Erlaubnis.

Der Staatsvertrag regelt auch, was überhaupt gewettet werden darf. Zulässig sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorfälle darin, als Einzel- oder Kombinationswette, und nur in Wettarten, die die Behörde im Sportwettprogramm zugelassen hat. Für Paris heißt das: Turniersieger, Matchsieger, Satz- und Handicapwetten sind zulässig, sofern der Anbieter sie in seinem zugelassenen Programm führt. Ausgeschlossen sind Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung; Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind ebenfalls nicht zulässig. Wer eine Wette auf ein Amateurfinale sucht, findet dafür keinen erlaubten Veranstalter.
Am härtesten greifen die Regeln beim Live-Geschäft ein. Während ein Ereignis läuft, darf nur auf das Endergebnis oder auf ein seltenes Ereignis gesetzt werden — das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein vergleichbares Vorkommnis in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Im Tennis ist damit der nächste Satz erlaubt und der nächste Punkt nicht; im Fußball das nächste Tor, im Basketball dagegen nicht der nächste Korb. Wer bei einem laufenden Match einen Markt für den nächsten Punkt sucht, wird ihn bei einem erlaubten Anbieter nicht finden. Nicht weil dem Haus die Idee fehlt, sondern weil die Erlaubnis sie nicht deckt.
Zwei weitere Regeln werden regelmäßig durcheinandergebracht. Erstens: Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt; eine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz auf eine einzelne Sportwette gibt es nicht. Die 1.000-Euro-Grenze aus dem Abschnitt zum Spielerschutz ist ein Einzahlungslimit über alle Anbieter und keine Einsatzgrenze — wer die beiden Zahlen verwechselt, rechnet mit einer Grenze, die es nicht gibt. Zweitens: Die Werbebeschränkung zwischen 6 und 21 Uhr gilt für Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht für die Sportwette. Für Sportwetten gelten andere Verbote: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Liveübertragung im selben Programm, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären. Wer sich über eine Sportwettenanzeige am Nachmittag wundert, wundert sich über die falsche Vorschrift.
Der Steuerposten gehört zum Angebot, wird aber meist falsch erzählt. Die Sportwettensteuer nach den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, wobei die Bemessungsgrundlage der gezahlte Einsatz abzüglich der Steuer selbst ist. Umgerechnet sind das rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, denn 5,3 geteilt durch 105,3 ergibt diesen Wert. Geschuldet wird die Steuer vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und wie er sie weitergibt, ist seine Entscheidung und nur aus seinen eigenen Bedingungen zu belegen. Die Bemessungsgrundlage der Sportwettensteuer ist der Einsatz abzüglich der Steuer selbst; das macht die Angabe von 5,3 % auf den vollen Einsatz rechnerisch ungenau, da es sich um etwa 5 % des eingezahlten Betrags handelt. Und eine gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis: Die Steuer trifft auch Anbieter ohne deutsche Erlaubnis.
Bleibt der Weg ohne deutsche Erlaubnis. Wer Sportwetten für Personen in Deutschland anbietet, ohne eine deutsche Erlaubnis zu haben, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel; eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat hier keine Bedeutung. Die Behörde hat Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt, zuletzt am 17. September 2026, und nannte dabei eine Plattform als Beispiel. Strafrechtlich steht auf dem Veranstalten nach § 284 StGB eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe, auf der Werbung bis zu einem Jahr; die Teilnahme kann nach § 285 StGB bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe kosten. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — daraus folgt keine Freigabe, sondern nur, dass es dafür keine belegte Praxis gibt.
Zivilgerichte haben mehrfach Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Der Bundesgerichtshof legte dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit solcher Wetten entgegensteht; in dem Verfahren fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des Gerichtshofs, Nicholas Emiliou, hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine zugesicherte Rückzahlung ist das für niemanden. Wer heute bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis setzt, kann sich auf keinen solchen Anspruch in seinem Fall verlassen.
Der ehrliche Vergleich beider Wege sieht so aus. Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis bietet meist höhere Einsätze und weniger Kontrolle; dafür greifen weder das Sperrsystem OASIS noch die Limitdatei LUGAS, und es gibt keinen deutschen Rechtsweg für Streitfälle. Ein Anbieter auf der Whitelist bietet Rechtssicherheit und Schutzmechanismen, und er kostet dafür: das Einzahlungslimit, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung, Einzahlung von einem Konto auf den eigenen Namen. Wer die höheren Limits der Offshore-Anbieter als besseres Angebot liest, liest sie als fehlende Kontrolle. Das ist kein Nebenaspekt des Geschäfts, sondern sein Kern.
Spielerschutz: Verifizierung, Einzahlungslimit und Sperrdatei
Zwei Turnierwochen verleiten zu vielen Einzelwetten, und genau darauf antworten die Schutzregeln, die für jeden erlaubten Anbieter verbindlich sind. Wer dort spielt, spielt unter ihnen.
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt, und jeder erlaubte Anbieter prüft das im Rahmen der vollständigen Verifizierung. Ein Konto pro Anbieter ist die Regel, und die Identität muss vollständig geklärt sein. Solange das nicht geschehen ist, darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang eine Teilnahme zulassen; in diesem Fenster gilt ein Einzahlungslimit von 100 €, und ausgezahlt wird nichts. Wer sich kurzfristig zum Turnierstart registriert und sofort einzahlt, sitzt in einem vorläufigen Zustand fest. Das ist keine Formalität, sondern der Grund, warum eine Verifizierung vor dem ersten Einsatz sinnvoller ist als daneben.
Die zweite Schranke ist das Einzahlungslimit: standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat und über alle Anbieter hinweg, abgewickelt über die Limitdatei LUGAS. Wer bei einem Haus am Anschlag ist, kann nicht einfach zum nächsten wechseln. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es vorsieht, darf einem einzelnen Spieler ein höheres Limit einräumen — bis zu 10.000 €, und für höchstens 1 % seiner aktiven Spielerschaft bis zu 30.000 € — aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Nach unten wirkt eine Senkung sofort, nach oben erst nach sieben Tagen. Wer sein Limit senkt, kann das jederzeit; wer es hebt, wartet eine Woche. Diese Asymmetrie ist Absicht.
Entscheidend ist, worauf das Limit wirkt. Es misst Zuflüsse auf das Konto, nicht Einsätze: Eine Einsatzobergrenze für die einzelne Sportwette existiert nicht. Eine einzige Einzahlung lässt sich in beliebig viele Wetten zerlegen, ohne den Monatsrahmen erneut zu berühren. Wer annimmt, das Einzahlungslimit drossele die Zahl seiner Wetten, schützt sich selbst nicht. Die Grenze wirkt dort, wo Geld ins Spiel kommt, und nicht dort, wo es platziert wird.
Die dritte Schranke ist das Sperrsystem. In Deutschland gibt es die bundesweite Sperrdatei OASIS, die bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt wird. Wer sich dort sperrt und dabei eine Frist nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Fristangabe mindestens ein Jahr. Dazu kommt der Panikbutton für eine sofortige 24-Stunden-Sperre. Diese Werkzeuge hängen an der Erlaubnis: Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ist weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Parallelspielen ist zudem unzulässig, und die Aufsicht führt dazu eine Aktivitätsdatei; wer zwei Konten bei zwei Anbietern führt, riskiert beide.
Bei einem erlaubten Anbieter liegen die Spielerguthaben auf einem treuhänderisch verwalteten, insolvenzgeschützten Konto, und bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Solche Sätze lesen sich trocken, und sie sind der Teil des Angebots, den man erst im Problemfall zu schätzen weiß.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Die Reihenfolge folgt keinem Ranking, sondern der Betreiberfolge der Whitelist. Unter jedem Eintrag steht die Besonderheit, die den Anbieter von den neun anderen unterscheidet, und am Ende die Einschätzung, für welche Art von Wetter er sich anbietet. Die Reihenfolge ist keine Empfehlung, und die Whitelist bleibt die einzige Instanz, die eine Erlaubnis bestätigt.
Winamax: 0 % Wettsteuer und die besten Quoten im Footer
Winamax wirbt im Footer der Website mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Die Aussage verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball im Zeitraum vom 1. April 2025 bis 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Das ist ein bemerkenswerter Werbesatz, weil er sich selbst begrenzt: In 55 % der untersuchten Fälle lag das Haus also nicht vorn. „Die besten Quoten“ heißt nach dieser Zahl also nicht einmal in der Hälfte der geprüften Spiele. Wer die Aussage gegen die Marge hält, die bei einem Markt mit zwei 1,90er-Quoten rund 5,3 % beträgt, sieht außerdem, dass die Steuerfreiheit nicht identisch ist mit einem besseren Auszahlungsanteil — der Schlüssel eines Marktes bleibt die Größe, die zählt. Winamax TV überträgt Spiele aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, dazu die vier Grand-Slam-Turniere, alle ATP- und WTA-Turniere sowie NBA und NFL im eigenen Kundenkonto. Für Tennis ist das der stärkste Punkt des Angebots: Wer die Partien ohnehin im Konto verfolgt, bekommt Bild und Wettschein an einem Ort. Dass sich daraus ein besseres Ergebnis ergibt, behauptet niemand — die Übertragung ändert die Quote nicht, und die Zahl im Footer ist ein Marketingargument, kein Rechenergebnis.
VBet: junge Erlaubnis mit maltesischem Veranstalter
Für VBet führt die Whitelist die SCGO Limited als Veranstalterin der Sportwetten; die Gesellschaft hat ihren Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta, und die Erlaubnis für Sportwetten ist seit dem 5. Dezember 2023 verzeichnet. Das ist die zweitjüngste Erlaubnis dieser Gruppe. Wer sich für VBet entscheidet, prüft vor dem ersten Einsatz das Tennisprogramm im eigenen Konto, weil das der Punkt ist, an dem der Anbieter sich nicht über die Erlaubnis definiert, sondern über sein Angebot.
Sportingbet: Konfigurator+ und ein breites Sportartenregal
Sportingbet führt im Wettangebot einen „Konfigurator+“, mit dem sich Wetten zusammenstellen lassen, und Live-Wetten; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Der Eintrag auf der Whitelist lautet auf die Sportingbet (Deutschland) Limited, mit einer Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Die Breite des Sportartenregals ist hier der eigentliche Punkt. Ein Anbieter, der Snooker und Darts führt, hat eine andere Marktmechnanik als ein reiner Fußballbuchmacher, und das ist eine Eigenschaft, die einem Tennisspieler nichts nützt und einem, der die zwei Turnierwochen mit anderen Sportarten überbrücken will, sehr viel. Wer sein Konto nicht nur für Sandplatztennis öffnet, findet hier die größte Auswahl unter den zehn. Der Konfigurator ist dabei ein Werkzeug zum Zusammenstellen, kein Vorteil gegenüber der Marge: Auch eine selbst gebaute Kombination trägt die Spannen ihrer Einzelmärkte.
Tipico: Cashout in der App und ein Fußballerbe
Tipico führt seine Sportwetten-App im Apple App Store über den Entwickler Tipico B2B Ltd; die Entwicklerbeschreibung nennt Tipico Cashout als Kontrolle über den Wettschein sowie Live-Wetten auch während des Fußballspiels. Die Whitelist führt als Erlaubnisinhaber die Tipico Co. Limited, mit Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnis vom 9. Dezember 2022. Das Cashout ist das Merkmal, das diesen Eintrag von den anderen trennt, und es ist für einen Tennisspieler praktisch relevanter als für einen Fußballer: In einer Partie über drei Gewinnsätze gibt es mehr Momente, in denen man eine Position lieber schließt, als in neunzig Minuten Fußball. Der Preis dafür ist derselbe wie überall — der Verkauf des Wettscheins ist eine zweite Transaktion, in der das Haus seine Spanne erneut einrechnet. Wer Tipico vor allem wegen des Ausstiegs wählt, wählt ein Haus, das ihm zweimal eine Marge berechnet. Der Name steht hier für ein Fußballerbe; im Tennisprogramm ist das kein Nachteil, aber auch kein Vorsprung.
Tiptorro: App mit ausdrücklichem Hinweis auf die Aufsicht
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited aus Malta angeboten; das Unternehmen beschreibt sich in der Anbieterbeschreibung selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die Whitelist nennt die Ersterlaubnis vom 30. Juni 2021 und eine Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Bemerkenswert ist hier die Selbstbeschreibung: Viele Anbieter schmücken sich mit einer Lizenz, die für Deutschland irrelevant ist, während dieses Haus die deutsche Aufsicht ausdrücklich nennt. Das ist kein Qualitätsbeweis, aber ein Punkt für Klarheit. Inhaltlich bleibt das Angebot schmaler als das der großen Häuser — wer hier spielt, spielt wegen der App und nicht wegen der Marktvielfalt. Für einen Wettenden, der in zwei Wochen drei oder vier Wetten auf Sandplatzmatches abgibt, reicht das vollkommen.
LeoVegas: jüngster Eintrag und zwei Erlaubnisse
Für LeoVegas führt die Whitelist die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21. Oktober 2024 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27. Februar 2023. Das ist die jüngste Sportwetten-Erlaubnis unter den zehn Anbietern. Wichtiger als das Datum ist hier die Trennung der beiden Erlaubnisse: Sie erlaubt keine Sportwetten, und die Sportwetten-Erlaubnis erlaubt keine Automaten. Wer den Anbieter über sein Casino-Angebot kennt, kennt deshalb nicht sein Sportwettenangebot, und wer ihn über sein Sportwettenangebot beurteilt, tut gut daran, das Casino aus der Bewertung herauszuhalten. Für Tennis bedeutet der junge Eintrag eine kurze Historie unter deutscher Aufsicht, und der Wettende, der Wert auf eine möglichst lange Aufsichtsbeziehung legt, ist hier falsch. Wer die App und die Bedienung über alles andere stellt, kann hier durchaus landen.
NEO.bet: Erlaubnis aus der ersten Runde, wenig Getöse
NEO.bet wird auf der Whitelist über die Greenvest Betting Limited geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Damit gehört das Haus zur ersten Runde der deutschen Online-Erlaubnisse — dieselbe Gruppe, zu der auch Sportingbet, Tipico, bpremium und bwin zählen. Auffällig ist der Anbieter ansonsten durch Zurückhaltung: Er tritt nicht mit einer Quotenstudie an, nicht mit einem Fernsehstudio und nicht mit einem Sportsponsoring, das über die Fußballwelt hinausreicht. Diese Stille ist für einen Teil der Wettenden genau das Argument und für einen anderen Teil ein Grund, weiterzublättern. Wer wissen will, ob das Tennisprogramm mitspielt, sieht im eigenen Konto nach den Grand-Slam-Märkten, bevor er einzahlt. Ein Haus, das sich nicht über Werbung verkauft, muss man über den Wettschein prüfen.
bpremium: Ladbrokes-Konzern mit Registereintrag
Die Ladbrokes (Deutschland) Limited betreibt bpremium; die Gesellschaft sitzt in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, und ist unter der Registernummer C92799 geführt, so wie es die Nutzungsbedingungen in der Fassung vom 3. April 2023 ausweisen. Auf der Whitelist steht die Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Der Konzernname dahinter ist der älteste im Feld, und das ist der eigentliche Wert dieses Eintrags: Wer bei einem Haus mit einer langen Firmengeschichte unter maltesischem Register spielt, kennt den Vertragspartner genauer, als es die Marke allein verrät. In der Tabelle dieser Seite ist es der einzige Eintrag, der eine Handelsregisternummer ausdrücklich mitführt. Für Tennis ist der Name bpremium kein Sonderangebot; wer ohnehin eine klare Firmenangabe in den Bedingungen sucht, findet sie hier schneller als bei den meisten Mitbewerbern.
Betano: Bet Builder, Cash-out und Live-Bild
Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; die Anbieterbeschreibung nennt Bet Builder zum Kombinieren mehrerer Märkte eines Spiels, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Die Whitelist führt als Erlaubnisinhaber die Betkick Sportsbetting Limited, mit Ersterlaubnis vom 19. Februar 2021 und Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Für Sandplatztennis ist das erste Merkmal das stärkste: Ein Bet Builder, der mehrere Märkte eines Matches kombiniert, erlaubt es, Überzeugungen über eine Partie statt über ein Turnier zu handeln — eine Kombination aus Matchsieger und Satzverlauf etwa. Das klingt nach mehr Kontrolle, als es ist. Eine selbst gebaute Kombination trägt die vollen Spannen aller enthaltenen Märkte, und der Live-Stream verändert die Auszahlung nicht. Wer dennoch gern mehrere Meinungen zu einem Spiel auf einen Wettschein packt, findet hier das passendste Werkzeug der Gruppe.
bwin: Erlaubnis aus der ersten Stunde, späte Folgeerlaubnis
Als Anbieter von bwin führt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta. Die Ersterlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, die Folgeerlaubnis auf den 23. Dezember 2022. Das ist die späteste Folgeerlaubnis unter den zehn Einträgen, und für sich genommen sagt sie wenig: Die Daten liegen alle innerhalb weniger Tage, und wer aus einer Differenz von zwei Tagen einen Qualitätsunterschied ableitet, überinterpretiert einen Verwaltungsakt. Interessanter ist der Sitz in Gzira, den sich dieses Haus mit bpremium teilt — und dennoch handelt es sich um zwei verschiedene Gesellschaften mit zwei getrennten Erlaubnissen. Wer glaubt, zweimal derselbe Anbieter, irrt; ein Konto bei dem einen ist kein Konto bei dem anderen. Für den Wettenden heißt das schlicht, dass bwin als eigenständiges Haus zu prüfen ist, unabhängig davon, wie bekannt der Name klingt.
Wo die Anbieter sich wirklich unterscheiden — und wo nicht
Über die Erlaubnis muss man nicht streiten. Alle zehn Häuser dieser Übersicht tragen eine Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist in der Fassung vom 2. Oktober 2026, und wer eine Wette auf ein Sandplatzmatch platzieren will, ist bei jedem von ihnen auf der rechtlich sicheren Seite. Die Unterschiede, die dann bleiben, liegen in drei Bereichen.
Der erste ist die Marge. Kein Anbieter gibt sie auf der Startseite an, und kein Werbesatz nennt sie. Sie lässt sich nur über den Quotenschlüssel eines konkreten Marktes messen, und genau deshalb ist sie die Größe, die einen Vergleich zwischen zwei Häusern erst möglich macht: Bei einem Markt mit Quoten von 1,90 auf beiden Seiten bleiben rund 94,7 % der Einsätze im Umlauf, und wer zwei Anbieter mit unterschiedlich breiten Spannen nebeneinanderlegt, sieht den Unterschied bei jedem einzelnen Wettschein.
Der zweite Bereich ist das Tennisprogramm. Hier trennt sich das Feld tatsächlich: Betano nennt Tennis-Grand-Slams und einen Bet Builder, Winamax überträgt die vier Grand-Slam-Turniere und alle ATP- und WTA-Turniere im eigenen Kundenkonto, Sportingbet führt ein breites Sportartenregal, Tipico ein Cashout. Wer seine Wette mit Bild verfolgen und innerhalb einer Partie mehrere Positionen eingehen will, wird bei den ersten beiden besser bedient als bei einem Haus, dessen Schwerpunkt im Fußball liegt. Wer einfach nur eine Matchwette zu einem guten Preis abgeben will, braucht keines dieser Extras — sie kosten ihn am Ende nicht weniger, aber sie bringen ihm auch nichts.
Der dritte Bereich ist der praktische Umgang: Verifizierung vor dem ersten Einsatz, Kenntnis des eigenen Monatslimits, Einzahlung von einem Konto auf den eigenen Namen. Wer diese drei Punkte ordnet, bevor das Turnier beginnt, hat den einzigen Teil des Ganzen unter Kontrolle. Der Rest ist Quotenvergleich.
Zwei Wege durch die zwei Wochen — und welcher zu wem passt
Es gibt im Kern zwei Spielweisen, und keine ist richtiger als die andere.
Der erste Weg ist der sparsame. Wer in einem Turnier drei bis fünf Wetten platziert, für den ist die einzelne Auszahlung wichtiger als die Zahl der Märkte. Er braucht ein Haus mit einem engen Zwei-Wege-Markt auf Matchsieger, eine niedrige Marge in dieser einen Quote und eine Auszahlung ohne Verzögerung. Das ist die Position, in der die Wahl der Wette — Einzelwette auf ein Match in der ersten Woche — mehr über das Ergebnis entscheidet als die Wahl des Anbieters. Wer so spielt, kann seine Auswahl an der Auszahlungsgeschwindigkeit und der Bedienung ausrichten, und der Quotenschlüssel bleibt trotzdem die Größe, die er im Auge behalten sollte.
Der zweite Weg ist der intensivere. Wer über zwei Wochen jeden Tag eine oder zwei Wetten abgibt und die Partien im Stream verfolgen will, braucht ein Programm, das in der ersten Woche zwanzig Paarungen an einem Tag führt, ein Live-Bild und eine Funktion, mit der er aus einem Wettschein wieder herauskommt, wenn ein Favorit ins Straucheln gerät. Für ihn sind die Zusätze kein Beiwerk, sondern der Grund für die Wahl. Und für ihn ist die Marge wichtiger als für den ersten: Wer dreißig Wetten über ein Turnier abgibt, zahlt die Spanne dreißigmal.
Für beide gilt dieselbe Grenze, und sie kommt nicht vom Anbieter: Der Live-Markt ist in Deutschland auf das Endergebnis und seltene Ereignisse beschränkt — Details dazu stehen im Abschnitt zur Rechtslage. Wer Live-Wetten als Hauptgrund für ein Konto betrachtet, plant mit einem Angebot, das schmaler ist, als die Werbung der ausländischen Anbieter suggeriert.
Und für beide gilt: Das Turnier des Jahres ist gelaufen. Nach dem 7. Juni handeln die Märkte die Ausgabe 2027, und wer sich bis dahin umsieht, trifft seine Wahl ohne Zeitdruck. Das ist die beste Voraussetzung, die ein Vergleich haben kann.
Häufige Fragen zu Roland-Garros-Wetten
Wie kann ich in Deutschland legal auf die French Open wetten, und wo finde ich die Whitelist?
Legal ist eine Wette nur bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis, also mit einem Eintrag auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Diese Liste nennt Domainnamen, Erlaubnisinhaber und das Datum der Ersterteilung; ein Enddatum enthält sie nicht. Eine .de-Adresse allein beweist keine Erlaubnis — nur der Eintrag selbst zählt.
Welche Märkte gibt es für das Turnier, etwa Gesamtsieger, Matchsieger und Satzwetten?
Zulässig sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon: Turniersieg, Matchsieger, einzelne Sätze, Spielabstände, als Einzel- oder Kombinationswette. Was ein Anbieter davon führt, steht in seinem Wettprogramm. Nicht erlaubt sind manipulationsanfällige Wetten, Wetten auf Regelverstöße und Wetten auf Veranstaltungen mit überwiegend Amateuren.
Wie berechne ich die Auszahlung einer Wette auf den Turniersieger aus Einsatz und Quote?
Die Rückzahlung ergibt sich aus Einsatz mal Quote, der Gewinn aus Einsatz mal Quote minus 1. Bei 10 € Einsatz und Quote 4,50 betragen Rückzahlung 45 € und Gewinn 35 €. Die Quote enthält bereits die Marge des Veranstalters, ist also kein reines Maß für eine Wahrscheinlichkeit.
Welche Live-Wetten sind während eines Matches erlaubt, und warum gibt es keine auf den nächsten Punkt?
Während ein Ereignis läuft, ist nur das Endergebnis oder ein seltenes Ereignis wettbar, im Tennis etwa der nächste Satz, im Fußball das nächste Tor. Der nächste Punkt und der nächste Korb kommen zu häufig vor. Erlaubte Anbieter dürfen diese Märkte deshalb gar nicht erst anbieten.
Wie wirkt sich der Sandplatz auf Prognosen aus, und was ist eine Value-Wette?
Sand nimmt Tempo heraus, verlängert Ballwechsel und belohnt Ausdauer, weshalb ein Favorit langsamer gewinnt als auf einem schnellen Belag. Eine Value-Wette liegt vor, wenn die angebotene Quote über der Wahrscheinlichkeit liegt, die man selbst für realistisch hält. Diese Einschätzung trifft jeder selbst — kein Ausgang ist vorhersagbar, und keine Quote macht eine Wette sicher.
Wie wirken die Sportwettensteuer und das Einzahlungslimit von 1.000 € auf Wetten rund um das Turnier?
Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, also des gezahlten Einsatzes abzüglich der Steuer selbst, und sie schuldet der Veranstalter. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt über alle Anbieter über die Limitdatei LUGAS. Es begrenzt Einzahlungen, nicht Einsätze: Eine Einzahlung lässt sich in beliebig viele Wetten aufteilen.
Tennis – Nations League Wetten
Inhalt erstellt vom Team «Nations League Wetten»
